Reisetipps für nachhaltiges Reisen

Reisetipps für die Reisevorbereitung, Anreise, Transportmittel, Unterkünfte und Aktivitäten vor Ort

Reisetipps für die Reiseplanung nachhaltiger Reisen

 

Eine gute Reiseplanung ist das A und O. Eine gute Vorbereitung erleichtert Euch den Zugang zu Land und Leuten und verhindert Fettnäpfchen. Um nachhaltig bzw. umweltbewußt zu reisen, gibt es sowohl bei der Reiseplanung als auch während der Reise, einiges zu beachten: Ökonomische Ziele (Beitrag zur Wertschöpfung des Reiselandes, Stärkung der regionalen Wirtschaft, Schaffung von Beschäftigung im Reiseland), ökologische Ziele (Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Biodiversität, Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, Reduzierung der Treibhausgasemissionen),  soziale Ziele (Zufriedenheit der Reisenden und der Bereisten, interkultureller Austausch, Teilhabe der Bevölkerung am Tourismus).

Sobald Ihr wisst, wohin Ihr reisen möchtet, solltet Ihr Euch über Euer anvisiertes Reiseziel informieren. Stellt beim Buchen der Urlaubsreise sicher, dass Umwelt und Klima geschont werden und die Einheimischen fair am Tourismus teilhaben. Nutzt glaubwürdige Nachhaltigkeitslabels als Orientierungshilfe. Erkundigt Euch vor der Reise und auch während der Reise bei allen Anbietern nach den sozialen und ökologischen Auswirkungen der angebotenen Leistungen.

Was sollte man beachten?

 

Reisevorbereitung:

– Wie kann ich mein anvisiertes Reiseziel am sinnvollsten und umweltfreundlichsten erreichen?

– Welche Versicherungen benötige ich für die Reise (Reiserücktritt, Gepäck, Reisekrankenversicherung)?

– Worauf muss ich bei der Reise in das Zielland achten (beste Reisezeit, Visum, Reisepass, Währung, Kreditkarte, kulturelle Besonderheiten etc.)?

– Überprüft den Impfschutz – nicht nur, wenn Ihr in exotische Länder reist.

– Macht Euch über Kultur, Traditionen und Sprache der einheimischen Bevölkerung des Reiseziels ein Bild mit Hilfe eines qualitativ guten Reiseführers ein Bild.

– Informiert Euch über die politische Situation im Feriengebiet und lest die Reisehinweise des Eidgenössischen Departments für auswärtige Angelegenheiten EDA oder des Auswärtigen Amtes.

– Reist am besten nicht in Kriegsgebiete und Länder, die von Diktatoren, Autokraten, kommunistischen und totalitären Regimes regiert werden und die Menschenrechte verletzen.

– Meide Reiseziele mit mangelhaften Umwelt- und Naturschutzstandards – zum Beispiel mit unkontrolliertem Bauboom, schmutzigen Stränden oder verunreinigtem Meer durch ungeklärte Abwassereinleitungen.

– Bevorzugt Reiseunternehmen, die sich umweltfreundliche präsentieren – indem diese zum Beispiel über die Umwelt in den Urlaubsregionen informieren, eigene Umweltkriterien für Hotels oder Verkehrsmittel nennen und regelmäßige Sonderabgaben für regionale Umweltschutzeinrichtungen zahlen oder umweltfreundliche Verkehrsmittel bevorzugen und Kompensationszahlungen für Flugemissionen z. B. an Atmosfair zahlen.

– Informiere Dich wenn möglich über regionale Umweltsiegel (Blaue Flagge, umweltfreundliche Unterkünfte, Bio-Hotels etc.

– Lerne die wichtigsten Vokabeln in der Landessprache und suche Kontakt zu den Einheimischen, um zur Völkerverständigung und zum Austausch der Kulturen beizutragen.

– Erkundigt Euch, wie die einheimische Bevölkerung im Gastland von Eurer Reise profitiert und nach Angeboten, die direkt von der einheimischen Bevölkerung entwickelt wurden.

– Voluntourism: Überlege dir also am besten vorher, wie sinnvoll der jeweilige Einsatz wirklich ist – für dich selbst und die anderen. Informiere dich genau über die Organisation, das Projekt oder die Plattform, für du dich entscheiden würdest.

– Fragt vor der Ferienbuchung nach, was der Reiseveranstalter für den Schutz von Kindern im Tourismus tut.

– Informiere Dich, was die Menschen vor Ort gebrauchen könnten bzw. was Ihnen fehlen könnte. Du kannst z. B. Klamotten, die Du nicht mehr brauchst, einpacken und sie vor Ort verschenken.

Anreise:

– Wählt eine bewusst ökologische Anreiseform aus: Fahrt, wenn möglich, mit Zug, Bus oder PKW in den Urlaub. Um unnötige Emissionen zu sparen und den Erholungswert zu steigern empfiehlt es sich, lieber länger und dafür seltener zu verreisen. Ganz nach der Faustregel: je weiter weg, desto länger vor Ort.

– Bei Kurzstrecken unter 800 km sollte man anstelle des Flugzeuges Bahn oder Bus wählen.

– Bei Flügen ab 2.000 km sollte die Aufenthaltsdauer mindestens 2 Wochen betragen.

– Falls sich ein Flug aufgrund der Erreichbarkeit des Ziels nicht vermeiden lässt, sollte man die entstehenden klimaschädlichen CO2-Emissionen über die Klimaschutzorganisation atmosfair.de kompensieren. Das hilft der Umwelt und den Menschen!

 

Unterkünfte:

– Legt Wert auf möglichst umweltverträgliche Herbergen, z.B. in Bezug auf sparsamen Umgang mit Wasser und Energie, Nutzung erneuerbarer Energien, etc.

– wählt Unterkünfte in landestypischer Architektur, die sich in die Umgebung einpassen und aus lokalen Materialen errichtet sind.

– Vermeidet in Regionen mit Wasserknappheit Hotels mit großen Poolanlagen und Golfplätzen.

– All Inclusive Hotels vermeiden und inhabergeführte Unterkünfte und regionale Restaurants besuchen, um die regionaltypische Küche kennenzulernen und die Einheimischen zu unterstützen.

– Trinkgeld an alle Angestellten in Hotels, Restaurants und bei Ausflügen geben.

– Bevorzugt kleine, inhabergeführte Unterkünfte – da ist nicht nur eine persönliche Betreuung gewährleistet, sondern das Geld kommt auch bei den Menschen im Land an. Somit unterstützt Ihr die Vielfalt der privaten Initiativen vor Ort.

– Campiert nicht wild und entzündet Sie kein Feuer. Verlasst die Natur wie Ihr sie wiederfinden möchtet.

– Spart Strom in der Unterkunft: Schaltet die Klimaanlage bei (zumindest längerer) Abwesenheit aus oder verzichtet ganz darauf. Löscht das Licht beim Verlassen des Zimmers.

– Sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser: Nutzt Handtücher mehrere Tage, duscht möglichst kurz und dreht den Wasserhahn immer fest zu.

Lokale Transportmittel vor Ort:

– Nutzt vor Ort Taxis, Rikschas, Tuk Tuks oder andere landestypische Fortbewegungsmittel. So unterstützt Ihr nicht nur lokale Strukturen, sondern erfahrt ganz nebenbei bestimmt auch noch den ein oder anderen Geheimtipp, der so in keinem Reiseführer steht.

– Entdeckt die Urlaubswelt gemächlich. Bevorzugt langsame Wege der Fortbewegung:  zu Fuß, per Fahrrad oder Kanu erlebt man die Natur hautnah. Und plant vor allem genügend Zeit vor Ort ein, um nicht von A nach B hetzen zu müssen. Weniger ist oft mehr…

Aktivitäten vor Ort:

– Beobachtungstouren in kleinen Gruppen: Bucht nur verantwortungsvoll durchgeführte Beobachtungstouren in kleinen Gruppen und lasst Euch von geschulten ExpertInnen in Naturschutzgebieten über umweltgerechtes Verhalten informieren.

– Macht Ausflüge und Freizeitaktivitäten, die das Klima nicht zusätzlich belasten und keinen hohen Landschafts- und Ressourcenverbrauch verursachen. Das bedeutet Biken, Wandern und Segeln statt Rundflüge, Motorquads und Golfen.

– Müll vermeiden – nichts unachtsam wegwerfen: Vermeidet Plastikmüll und Einwegverpackungen, sondern nutzt unterwegs wiederbefüllbare Flaschen, die man in vielen Unterkünften auffüllen kann. Achtet außerdem darauf, keine unnötige Verpackung mit auf Reisen zu nehmen, da insbesondere Kunststoff in vielen Regionen nicht getrennt entsorgt und auch nicht abgebaut werden kann. Batterien o. Ä. sollten zur Entsorgung wieder mit nach Hause genommen werden. Nehmt am besten einen Jute-Beutel mit in den Urlaub für Einkäufe.

– Die richtige Kleiderwahl: Orientiert Euch bei der Kleiderwahl an dem, was vor Ort üblich ist – das hilft sowohl klimatisch als auch bei der kulturellen Begegnung.

– Augen auf beim Souvenir-Kauf: Erwerbt keine Souvenirs aus gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und keine geschützten Kulturgüter. Unterstützt stattdessen das lokale Handwerk – so werden Traditionen gepflegt und die lokale Wirtschaft unterstützt. Außerdem: zahlt faire Preise – Handarbeit ist wertvoll.

– Achtsamer Umgang mit Natur und Umwelt: Pflückte im Wald keine Pflanzen, da diese Teil eines ausgeklügelten Ökosystems sind. Bewundert die Blütenpracht in ihrer natürlichen Umgebung und tragt somit zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

– Kauft haut- und umweltfreundlichen Sonnen- und Insektenschutz. Vermeidet eine Überdosis Chemie auf dem Körper, im Swimmingpool und im Meer.

– Tierbeobachtungen inszenierten Tierschauen vorziehen: Jeder kann den Schutz von Tieren unterstützen, indem man Delfinarien und Tierschauen bzw. Shows meidet und Schutzprojekt-Besuche in den eigenen Urlaub integriert. Außerdem sollte man Wildtiere niemals füttern und immer ausreichend Abstand zu ihnen halten. Elefantenreiten z. B. sollte tunlichst vermieden werden.

– Begegnungen auf Augenhöhe: Begegnet den Menschen des Gastlandes auf Augenhöhe und seid offen und neugierig. Versucht das Fremde verstehen zu lernen.

– Respekt vor Glaube, Sitte und Tradition: Bedenkt, dass religiöse Gebäude kein Konsumgut, sondern heilige Stätten sind. Achtet daher auf respektvolle Bekleidung und übt äußerste Zurückhaltung. Religiöse Zeremonien sind grundsätzlich für Gläubige und nicht für Reisende gedacht – eine Besichtigung/Teilnahme darf die Gläubigen in der Ausübung ihres Glaubens nicht stören.

– Die Besonderheiten der lokalen Küche entdecken: Bevorzugt einheimische, regionale bzw. saisonale und fair gehandelte Produkte, wenn möglich aus ökologischem oder kleinbäuerlichem Anbau. Durch den Genuss von lokalen Produkten anstelle von Importprodukten entlastet Ihr die Umwelt durch kurze Transportwege.

– Gesund ernähren: Wenn man sich daran hält, Speisen zu kochen und zu schälen, vermeidet man unangenehme Erkrankungen, die den Urlaub schnell verderben können. Je nach Reiseregion sollten zudem nur Getränke in Flaschen verzehrt und auf Leitungswasser verzichtet werden.

– Spenden, die ankommen: Wenn Ihr spenden möchtet, wählt anerkannte Hilfsprojekte aus, damit das Geld auch dort ankommt, wo es wirklich ankommen soll. Mit Geldspenden an bettelnde Kinder hilft man ihnen selbst oft nicht.

– Unterstützt den Kampf gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern, indem jegliche Beobachtungen oder auch nur ein ungutes Gefühl auf www.nicht-wegsehen.net gemeldet und möglichst detailliert geschildert wird.

– Schöne Erinnerungen schaffen: Zeigt Respekt und bittet vor dem Fotografieren immer um Erlaubnis, z. B. mit einer freundlich fragenden Geste.

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